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Lernstrategie: Mündliche Prüfung in Ozeanographie

Bei Dir steht eine mündliche Prüfungen an und Du musst dafür mehr als eine Vorlesung besuchen? Sieh Dir doch einmal an, wie Anouk das macht!

Wie macht Sie das genau? – Hier findest Du Anouks Tipps.

Anouk studiert Geologie im Master und bereitet sich auf die Prüfung in OzeanographieOzeanographie ist ein Teilgebiet der Geologie. Übersetzt heißt es Meereskunde und behandelt Strömungen, physikalische Prozesse, die chemische Zusammensetzung des Wassers und alle Themen rund um die Ozeane. vor. Sie lernt, wie die physikalischen, chemischen und biologischen Prozesse in den Weltmeeren zusammenhängen.

Dafür muss Sie zwei Vorlesungen und eine Übung besuchen. Das bedeutet für Sie eine große Menge an Stoff, den Sie lernen muss und viel Zeit, die sie in den Hörsälen und Übungsräumen verbringt. Am Ende steht für Anouk eine mündliche Prüfung an, in der Sie eine halbe Stunde zu den behandelten Themen befragt wird. Sie muss dafür vor allem die Zusammenhänge der verschiedenen Prozesse im Meer beschreiben können.

Anouk: „Da muss man ganz schön viel koordinieren – ich habe mir mittlerweile ein System zurecht gelegt, das auf vielen kleinen Routinen beruht. Diese Vorgehensweise habe ich mir über die Zeit ausgedacht. Während des Bachelors habe ich immer wieder Kleinigkeiten ausprobiert und geändert, damit es für mich optimal funktioniert. Vielleicht passt es auch zu Dir. Probier es doch einmal aus!“

 

1. Mach's visuell und regelmäßig: Meine grafische Zusammenfassung

Wöchentliche Zusammenfassungen ab Semesterbeginn helfen Dir, eine Routine für das Lernen zu etablieren. Reines Abschreiben der Vorlesungsinhalte bringt in der Regel nichts.

Vorbereitung & Routinen

Gute Zusammenfassungen müssen gut vorbereitet werden.

  1. Eine gute Technik ist, zuerst das Skript bzw. die Folien nochmal zu überfliegen, damit Du wieder eine Idee vom Stoff bekommst.
  2. Danach bietet sich an, Wichtiges aus dem Text hervorzuheben. Dazu hilft es, Fragen an das Gelesene zu stellen: – In welche Sinnabschnitte lässt sich der Inhalt aufteilen? – Was ist besonders wichtig? – Was ist „gut zu wissen“, aber nicht essentiell?

So erinnerst du dich schnell wieder daran, worum sich das aktuelle Thema dreht und wie eine sinnvolle Struktur aussehen könnte. Das Wissen kannst Du dazu nutzen, deine Zusammenfassung sinnvoll aufzubauen. Außerdem sortierst Du auf diese Weise gleich zu Beginn Unwichtiges heraus, kannst relevante Definitionen oder Prozesse hervorheben und bei Verständnisproblemen auf das Skript oder Sekundärliteratur verweisen.

Aufbau

Auf der folgenden Graphik kannst du Bildelemente anklicken, die hilfreich für deine eigenen Zusammenfassungen sein können.

 

Zu einer guten Wochenplanung gehören neben der Arbeit vor allem Freizeit und Freunde. Sieh Dir hier an, wie man Routinen aufbaut!

Mithilfe von Zusammenfassungen portionierst Du den Lernstoff in besser lernbare „Häppchen“. Die Gedächtnisforschung zeigt, dass unser Gehirnspeicher begrenzt ist.

Beispiele

Wie eine typische Zusammenfassung für die Ozeanographie aussehen kann, erfährst Du hier. Klick Dich durch das Beispiel von Marie und hol Dir Inspiration für deine eigenen Zusammenfassungen:

2. Behalte stets den Überblick mit einem Lernposter!

Das Besondere an dieser Lernstrategie sind die umfangreichen, handschriftlichen Notizen. Durch das wiederholte Schreiben und Durcharbeiten der Inhalte bleiben automatisch viele Informationen im Kopf. Besonders positiv kann sich diese Lernstrategie auswirken, wenn Du den Vorlesungsstoff noch für spätere Semester nutzen kannst. Einmal investierte Zeit kann Dir auf diese Weise in Zukunft nützlich sein und ist schnell wieder abrufbar.

Während die wöchentlichen Zusammenfassungen sehr umfangreich sind, dienen Themenübersichten dazu, ca. 4 Wochen vor der Prüfung den Überblick über alle Themengebiete zu behalten, gegebenenfalls verwandte Inhalte miteinander zu verknüpfen und den Stoff nochmals zu verkürzen.

Erster Schritt:

Lass dazu am besten die komplette Vorlesung Revue passieren:
In welche grundlegenden Teilgebiete lässt sich das große Thema der Vorlesung aufteilen?

In unserem Beispiel wurden die Unterthemen identifiziert:

  • Allgemeines zum Meerwasser
  • Physikalische,
  • Chemische,
  • Biologische,
  • Paläozeanographie und
  • Black Shales

Zweiter Schritt:

Wenn Du Teilgebiete gefunden hast, erstelle grobe Themenübersichten. Begrenze Dich am besten selbst platzmäßig, beispielsweise pro Themenübersicht eine A3-Seite. Der Umfang der Themenübersichten ist deutlich kleiner als bei den Zusammenfassungen. Sie dienen vor allem für einen generellen Überblick und Wasserstandsmesser: Was solltest Du bis zur Prüfung wissen?

Außerdem hilft Dir das wiederholte, handschriftliche Aufschreiben beim Auswendiglernen. Prozess- und Detailwissen liest Du weiterhin in den Zusammenfassungen nach (Beispiel Physikalische und Paläozeanographie).

Dritter Schritt:

Hast Du zu jedem Teilgebiet eine Themenübersicht angefertigt, kannst Du sie zu einem großen Lernposter zusammenfügen – wie ein Puzzle oder Mosaik. Das Lernposter kannst Du präsent bei Dir zuhause anbringen. Auf diese Weise werden die Themen einfach in deinem Alltag präsent. Nach dem Essen, vor dem Schlafen – Du kannst zwischendurch immer einen Blick darauf werfen und Dich selbst fragen, wie weit Du mit den einzelnen Themengebieten bist.

Bei Unsicherheiten wiederholst Du am besten die dazugehörigen Wochenzusammenfassungen. Kannst Du ein Themengebiet in und auswendig erklären, kannst Du es einfach abhaken und mit dem nächsten beginnen.

Eine ähnliche Herangehensweise wäre auch ein umfassendes Mindmap zur Vorlesung anzufertigen, das Inhalte verknüpft und strukturiert.

Lernposter von Marie-Luise Adolph

3. Simuliere, was auf Dich zu kommt und erkläre laut!

In der Ozeanographie findet die Prüfung mündlich statt. Im Gegensatz zu schriftlichen Prüfungen reicht das Wiederholen, Schreiben und Aufgaben lösen nicht aus für die Vorbereitung. Für mündliche Prüfungen musst du auf jeden Fall üben, den Inhalt vorzutragen.

Anouk: „Für die mündliche Prüfung war es für mich wirklich wichtig, das Sprechen und Vortragen zu üben. Es ist einfach eine andere Nummer einem Gegenüber den Nitrat-Kreislauf zu erklären als ihn auf Papier aufzuschreiben. Es ist wichtig die Prüfung  so durchzuspielen, wie sie später ablaufen wird. Von der chemischen Zusammensetzung von Meerwasser, zur Entstehung von Strömungen – Versuche alles zu erklären und in das Thema Ozeanographie einzubetten.“

Simuliere einmal die Prüfungssituation am besten vor verschiedenen Personen: eine, die nichts vom Thema weiß und eine, die mit Dir studiert und dich nach Detailwissen abfragen kann. Wenn Du das Wissen gut verinnerlicht hast, kannst Du es auch problemlos erklären.

Anouk: „Wenn Du die zusammenhänge wirlich so lernen möchtest, dass sie auch bei spontanen Fragen sitzen, musst Du die Themen immer wieder durchdenken. Ich selbst versuche das, was ich lerne auf Alltagsprobleme und aktuelle Ereigenisse zu übertragen.“

Um dich noch besser auf die Prüfungssituation vorzubereiten, sprich am besten mit Menschen, die die Prüfung schon absolviert haben. Gute Ansprechpersonen sind Studierende aus dem Fachschaftsrat. Sie können Deine Fragen zur prüfenden Person oder zu Lernschwerpunkte beantworten und können sich im besten Fall an alte Fragen erinnern. Auf eine Prüfung vorbereiten, heißt auch, sich auf die Prüfungsmodalitäten vorzubereiten.

4. Wann mache ich was? Mein Zeitplan

 

Zusammenfassung

Diese Lernstrategie ist langfristig angelegt und eignet sich dann besonders gut, wenn der Prüfungsstoff sehr umfangreich ist. Die Planung beginnt frühzeitig, um kurz vor der Prüfung unnötigen Stress zu vermeiden. Sie verbindet die Taktik, sich selbstständig den Vorlesungsstoff (handschriftlich) zusammenzufassen und sich auf die spezielle Prüfungsmodalität vorzubereiten.

Zur Strategie gehören drei Schritte:

  1. regelmäßige Zusammenfassungen, die sich zu einer Semesterroutine entwickeln;
  2. das Anfertigen eines Lernposters mithilfe von Themenübersichten und
  3. das mündliche Üben/Proben der Prüfungssituation.

Die Strategie ist für Studierende geeignet, die sich über einen langen Zeitraum, intensiv mit dem Lernstoff auseinandersetzen und langfristig Wissen erwerben wollen.

Quellen und Links

Kossak, H. C. (2006) Lernen leicht gemacht / S. 106 ff.; S. 128 ff.; S. 136 ff. (SRQ-Methode für erschließen von Vorlesungsinhalten, vor Erstellung der Zusammenfassungen: Überblick bekommen bzw. Text entdecken, Fragen an den Text stellen, Lesen); S. 149 (Zusammenfassung von Lernschritten)

http://www2.open.ac.uk/students/_data/documents/helpcentre/good-study-guide.pdf

[https://www.youtube.com/embed/qRE0WicGz4I]

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